Die magischen 1000 km

Montag, der 30. Mai 2022, war einer dieser Tage an dem alles passte. Langanhaltende Thermik gepaart mit einem Piloten in Höchstform ließen die magische Zahl fallen. Unserem Vereinsmitglied Jan-Lucas Aberle gelang an diesem Tag ein Streckensegelflug von mehr als 1000 Kilometern. Um genau zu sein 1001,44 km.

Begonnen hatte der Tag um kurz vor 8 Uhr. Das Segelflugzeug wird aufgebaut und mit ausreichend Wasserballast betankt, um es schneller zu machen. Gegen 9 Uhr ist alles bereit für den Start. Tilo Holighaus (Fliegergruppe Wolf Hirth e.V.), selbst ein begeisterter Segelflieger, hatte sich spontan bereit
erklärt den 21-jährigen mit einem motorisierten Schleppflugzeug auf die erforderliche Höhe zu ziehen. Um
kurz vor 9:30 Uhr hebt der Discus 2a von Aberle auf der Hahnweide ab. Keiner ahnt, dass er hier erst knapp 11
Stunden später wieder landen wird. Das Wetter ist gut und die Wolkenbasis ausreichend hoch. Zügig kommt
Aberle voran und wendet das erste Mal gegen 10:20 Uhr bei Leibertingen. Nun geht es auf Kurs nach Osten
in Richtung Bayern. Gegen 1 Uhr mittags erfolgt die nächste Wende in der Nähe von Regensburg. Nun geht
es wieder Richtung Leibertingen, wo kurz vor halb 4 die nächste Wende erfolgt. Noch einmal möchte Aberle
bis hinter Donauwörth fliegen um dann Kurs in Richtung Heimat zu nehmen. Geplant ist eine Landung
gegen 18 Uhr, nach fast 9 Stunden im engen Cockpit und etwas mehr als 800 geflogenen Kilometern. Aber
das Wetter ist so gut, dass noch nicht an eine Landung zu denken ist. Noch einmal geht es bei
ausgesprochen dankbarem Abendwetter bis kurz vor die schweizerische Grenze bei Blumberg. Von nun an
galt es die, auf Grund der fortgeschrittenen Tageszeit immer schwächer werdende, Thermik bestmöglich
auszunutzen. Gespannt verfolgen viele Augenpaare, von Zuhause aus am PC, die letzten Stunden seines
spannenden Fluges. Um kurz vor 20:30 Uhr war es dann soweit. Mit einem Zischen tauchte der Discus 2a
über der Hahnweide auf und das verbliebene Ballastwasser wird abgelassen. Nach 10 Stunden und 54 Minuten setzt Aberle wieder am Heimatflugplatz auf. Empfangen wird er dabei von Flugkameraden und Flugkameradinnen mit Sekt.


Der Aero Club Stuttgart e.V. gratuliert seinem jungen Piloten zu dieser herausragenden Leistung!