Tagesausflug zur Nordseeinsel Juist

Es ist noch ruhig am Flugplatz Hahnweide, von wo aus wir unseren Tagesausflug zur Nordseeinsel Juist beginnen. Außer unserer beiden Motormaschinen sind noch keine weiteren Flugzeuge aus den Hangars gezogen. Nur ein einsamer Modellflieger nutzt den leeren Platz, um über der Startbahn ein paar Kunststücke zu proben.

 

Um 7:40 Uhr Lokalzeit heben wir ab. Die Luft ist noch angenehm ruhig und wir steigen auf 3300ft um die Kontrollzone um den Stuttgarter Flughafen dicht umfliegen zu können. Insgesamt müssen an diesem Tag circa 1200km Strecke bewältigt werden, weshalb wir uns Abstecher zu Sehenswürdigkeiten oder andere nicht notwendige Umwege sparen wollen.

 

Nahezu auf direktem Kurs fliegen wir unseren ersten und einzigen Zwischenstopp an, den Flugplatz Osnabrück-Atterheide. Hier werden wir die Maschinen vollständig auftanken müssen, damit der Sprit auch noch für den Rückflug reicht. Inzwischen hat uns auch Langen Information auf dem Radar und versorgt uns mit Verkehrsinformationen. Noch ist allerdings nicht viel los. So überfliegen wir vereinzelte Gebiete von Bodennebel und beobachten den Odenwald zu unserer Linken. Auch der Main lässt sich gut erkennen, der sich von Osten her auf uns zubewegt und dann ebenfalls auf unserer Kurs Richtung Aschaffenburg eindreht.

 

Hier geht es unter den Lufträumen des Frankfurter Flughafens hindurch, wobei wir Glück haben. Zwei Verkehrsflugzeuge fliegen, für Luftverkehr, knapp über uns hinweg in Richtung Landebahn. Einen kurzen Moment später werden wir sogar beim Queren der Wirbelschleppen gut durchgeschüttelt.

 

Nach dem schnellen Auftanken in Osnabrück geht es mit direktem Kurs auf die Insel Juist weiter. Wieder nehmen wir mit Langen Information kontakt auf, doch inzwischen ist viel los in der Luft. Ununterbrochen wird auf der Frequenz geredet. Verkehrsinformationen werden daher vorerst nicht mehr angeboten.

 

Auf halber Strecke überfliegen wir die Meyer Werft, eine der größten Werften der Welt für Kreuzfahrtschiffe. Für ein Bauwerk ist das Gebäude ungewöhnlich früh am Horizont sichtbar gewesen. Die wirklichen Dimensionen kann man aber nur aus der Nähe erahnen, wenn man den Koloss mit den umliegenden Gemeinden und Einfamilienhäusern vergleicht.

 

Weiter geht es über den Hafen von Emden und das Wattenmeer, wo wir die Information erhalten, dass die Piste 25 in Betrieb ist. Für den Anflug auf diese Piste eignet es sich perfekt die Insel im Westen zu überfliegen (siehe Titelbild) und von dort dem Strand entlang in den Queranflug zu fliegen.

 

Für eine kleine Insel typisch wird es in Bodennähe nochmals holprig. Trotzdem setzen beide Maschinen weich auf. Jetzt müssen die Flugzeuge nur noch gesichert werden, danach können wir uns alle frischen Fisch und einen Kaffee am Strand gönnen.